Janin Tesmer-Laß

Tinnitus

Tinnitus

Werden Ohrgeräusche anhaltend oder immer wieder über einen längeren Zeitraum wahrgenommen, spricht man medizinisch von einem Tinnitus (lat. „tinnire“ = klingeln, klimpern oder schellen). Selten liegt ein „objektiver Tinnitus“ vor, der zum Beispiel bei Gefäßstenosen auftritt und auch von außen wahrnehmbar ist. Häufiger tritt  er nach einem emotionalen Erlebnis bzw. Stress oder starker Lärmbelastung auf, kann anfänglich mit einem Hörsturz und mit einer Hörminderung verbunden sein.

Tinnitus kann stark belasten, muss aber nicht!

Besteht der Tinnitus länger als 3 Monate, spricht man vom chronischen Tinnitus.

Die Beeinträchtigung im Alltag erleben Betroffene unterschiedlich. Viele leben gut damit und sind in der Lage, den Tinnitus auszublenden und ihm kaum Aufmerksamkeit zu widmen. Häufig kommt es durch die Ohrgeräusche jedoch zur massiven emotionalen Belastung und Einschränkung der Lebensqualität.

Der Grund dafür ist die Fixierung der Aufmerksamkeit der Betroffenen auf das Tinnitusgeschehen. Trotz Bemühungen gelingt es kaum, den Fokus auf anderes zu lenken. Der Tinnitus wird als dominanter Quälgeist erlebt, der das gesamte Leben beherrscht. Das Ausgeliefertsein, erlebte Hilflosigkeit und Ohnmacht können dazu führen, dass Freude und Interessen verloren gehen, permanente Anspannung und Stress können Depressionen und massive Ängste auslösen.

Die gute Nachricht: es stehen eine Reihe von neuropsychologischen Verfahren zur Verfügung, die nachweislich auf der Ebene der unwillkürlichen Prozesse der impliziten Informationsverarbeitung wirksam sind.

Die Wirksamkeit medizinischer Hypnose bei Tinnitus ist ebenfalls gut belegt. Sowohl in der Akutphase, zur Vorbeugung einer Leidensentstehung und Chronifizierung, als auch im chronischen Stadium lassen sich die Symptomatik deutlich verbessern, die emotionalen Belastung, Ängste, negative Gedanken etc. erheblich reduzieren und eine Anpassung an die neue Situation bewirken. Das Tinnitusgeschehen kann ausgeblendet und gelassen ins „Normalerleben“ integriert werden. Darüber hinaus sind lässt sich die wahrgenommene Intensität  des Tinnitus verändern, Entspannungsfähigkeit und Schlafverhalten verbessern.